Technische Ausstattung
Das Planetarium Mannheim wurde am 2.Dezember 1984 an seinem jetzigen Standort eröffnet. In dem pyramidenförmigen Bau befindet sich eine Kuppel aus perforiertem Aluminiumblech mit einem Durchmesser von 20 Metern bei einer Höhe von 13 Metern. Die Kuppel fasst knapp 280 Besucher. In dieser Kuppel werden audiovisuelle Programme und auch Vorträge vornehmlich astronomischen Inhalts gezeigt; ergänzt werden diese durch allgemein kulturelle Programme.
Das Kernstück eines Planetariums sind die Projektionssysteme. Im Planetarium Mannheim bilden ein zentral positionierter Sternprojektor (für den naturgetreuen Nachthimmel) sowie ein digitales Projektionssystem (sog. FullDome-System für 360°-Video- und Bildprojektion) die Hauptkomponenten. Diese werden ergänzt durch weitere Anlagen wie verschiedene Diasysteme (z.B für Panoramaaufnahmen), eine programmierbare LED-Lichtanlage, diverse Spezialprojektoren (etwa für Sternschnuppen), eine Röhrenbeameranlage (für Videos mit besonders hohem Kontrast) sowie eine Laseranlage.
Der Sternprojektor Universarium Modell IX der Firma Carl Zeiss Jena funktioniert wie ein Diaprojektor, den man bewegen kann. Hinter den „Bullaugen“ verbergen sich verschiedene Projektoren. Die kleinen „Bullaugen“ sind Projektoren für die Milchstraße, Sternbildfiguren, Koordinatenlinien usw. Durch die großen „Bullaugen“ (insgesamt 32 Stück) wird der Sternenhimmel projiziert. Hierzu werden Metallplatten mit Löchern versehen, in denen je nach Helligkeit des Sterns unterschiedlich dicke Glasfasern stecken. Diese Glasfaserbündel werden von speziellen Hochdruckgasentladungslampen (400W) beleuchtet. In jeder Hälfte des Projektors - eine für den nördlichen und eine für den südlichen Himmel - befindet sich eine solche Lampe. Die acht säulenförmigen Projektoren zeigen die sechs mit bloßem Auge sichtbaren Planeten, sowie Sonne und Mond. Je nach Programmierung können mit ihnen auch andere Objekte wie Kometen oder Raumsonden usw. gezeigt werden. Der Projektor wurde im Jahr 2002 beschafft (Kosten: ca. 3 Mio. €).
Diaprojektionssysteme: Hinter der Planetariumskuppel befinden sich etwa 50 Karussell-Diaprojektoren, die in verschiedenen Projektionssystemen angeordnet sind. Mit noch einmal der gleichen Zahl von Dia- und Spezialprojektoren werden zum Beispiel die Strichfiguren der Sternbilder oder Effekte wie eine rotierende Galaxie oder ähnliches gezeigt.
FullDome-Projektionssystem: Mit dem im Jahr 2007 eingebauten Ganzkuppel-Videosystem können Standbilder und sogar Filme an der ganzen Planetariumskuppel als Leinwand gezeigt werden. Es besteht aus 12 DLP-Beamern, die von 12 Rechnern und einem Server gesteuert werden.
Das Planetarium verfügt über eine Mehrkanal-Tonanlage mit insgesamt 20 Lautsprecherboxen. Fast alle Planetariumsprogramme (Ausnahme sind die Ganzkuppel-Videofilme) laufen Zeitcodegesteuert ab. Sowohl für die Diaprojektion, das Ganzkuppel-Videosystem und auch den Planetariumsprojektor gibt es Dateien, in denen Befehle und der Zeitpunkt, zu dem sie auszuführen sind, stehen. Diese Befehle laufen auf einem speziellen Bussystem (CAN-Bus) in Form eines Telegramms um die ganze Kuppel und werden von Mikroprozessoren empfangen. Anschließend werden sie in für das Endgerät (Diaprojektor, Videobeamer usw.) ausführbare Anweisungen umgesetzt und weitergeleitet.

