Das erste Bild eines Schwarzen Lochs

Heinz-Haber-Vorlesung

(Bild: EHT Collaboration)

Vortrag von Prof. Dr. Heino Falcke, Radboud Universität, Nimwegen, Niederlande
Donnerstag, 16.01.2020, 19.30 Uhr


Eine der bizarrsten, aber vielleicht auch grundlegendsten Vorhersagen der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein sind Schwarze Löcher. Dies sind extreme Massenkonzentrationen mit einer so starken Anziehungskraft, dass nicht einmal Licht entweichen kann. Schwarze Löcher sind von einem Ereignishorizont, einer Art virtueller Einwegmembran, umgeben. Durch diese ultimative Grenze können Materie, Licht und Informationen hinein gelangen, aber nie wieder hinauskommen. Dieser Informationsverlust ist Teil der Relativitätstheorie, steht aber im großen Widerspruch zu grundlegenden Prinzipien der Quantenphysik.

Gibt es einen solchen Ereignishorizont wirklich? Wie wirkt er sich auf das Umgebungslicht und die ihn umkreisende Materie aus? Kann man ein Schwarzes Loch sehen und wie sieht es wirklich aus? Diese Fragen lassen sich nun teilweise beantworten. Kürzlich gelang es mit dem weltumspannenden Event-Horizon-Telescope-Experiment das erste Bild eines Schwarzen Lochs aufzunehmen. Das Bild aus dem Zentralgebiet der Radiogalaxie M87 zeigt einen hellen Ring, der einen dunklen Schatten umgibt. Detaillierte Supercomputersimulationen reproduzieren diese Beobachtungen originalgetreu. Simulationen und Beobachtungen zusammen unterstützen die Auffassung, dass wir buchstäblich in den Abgrund des Ereignishorizonts eines supermassereichen Schwarzen Lochs blicken.

Der Vortrag wird die neuesten Resultate des Event-Horizon-Telescopes, deren wissenschaftliche Implikationen und zukünftige Erweiterungen des Teleskop-Arrays vorstellen.

Eintritt: 5,00 €
Ort: Planetarium, Kuppelsaal


Heino Falcke ist Professor für Radioastronomie an der Radboud Universität in Nimwegen, Niederlande. Er ist Vorsitzender des Wissenschaftsrates des Event- Horizon-Telescopes, Mitglied der königlich-niederländischen Akademie für Kunst und Wissenschaft (KNAW), Träger der königlichen Auszeichnung Ritter im Orden des niederländischen Löwen und Träger des Spinoza-Preises, des höchstdotierten Wissenschaftspreises der Niederlande.