Das Kopernikanische Prinzip und die Zukunft der Menschheit

Nächtlicher Blick von der Internationalen Raumstation (ISS) über Westeuropa auf die Küsten von Spanien, Frankreich und Italien (Bild: NASA)

Vortrag von Prof. Dr. Bruno Deiss, Physikalischer Verein und Universität Frankfurt
Donnerstag, 20.02.2020, 19.30 Uhr


Warum empfangen wir keine Signale außerirdischer Zivilisationen? Warum finden wir keinerlei Überreste möglicher früherer Raumkolonisation durch extraterrestrische Intelligenzen? Widerspricht dieses Null-Ergebnis nicht den beiden Prinzipien der modernen Astrophysik? Diese besagen zum einen, dass im gesamten Kosmos dieselben Naturgesetze gelten, zum anderen, dass weder an unserer Sonne noch an unserem Planeten noch an der Menschheit als Lebensform irgendetwas Besonderes sei. Dann aber sollten sehr viele andere extraterrestrische Intelligenzen existieren – möglicherweise schon seit Millionen von Jahren. Aus dem Null-Ergebnis der Beobachtungen können Rückschlüsse auf die Zukunft unserer eigenen Spezies gezogen werden. Ausgehend vom Kopernikanischen Prinzip der Durchschnittlichkeit führen einfache Überlegungen zu dem Schluss, dass aller Wahrscheinlichkeit nach die Menschheit noch höchstens acht Millionen Jahre existieren wird und dass sie niemals ihren Heimatplaneten verlassen und Raumkolonien gründen wird.

Eintritt: 5,00 €
Ort: Planetarium, Kuppelsaal


Prof. Dr. Bruno Deiss ist Astrophysiker und als leidenschaftlicher Wissenschaftserklärer gern gesehener Studiogast bei Funk und Fernsehen und durch seine Vorträge einem breiten Publikum bekannt. Er leitet seit dem Jahr 2000 als wissenschaftlicher Direktor den fast 200 Jahre alten Physikalischen Verein in Frankfurt am Main und wurde zudem 2004 zum außerplanmäßigen Professor an der Frankfurter Goethe-Universität ernannt.