Viel Neues von der Milchstraße

Weltweiter Ansturm der Forscher auf die Daten von "Gaia"

Astrometrie-Satellit „Gaia“, künstlerische Darstellung (Bild: ESA/ATG medialab; Hintergrundbild: ESO/S. Brunier)

Vortrag von Dr. Ulrich Bastian, Zentrum für Astronomie, Heidelberg
Donnerstag, 14.03.2019, 19.30 Uhr

Gaia ist ein astronomischer Mess-Satellit, der seit 2014 vielerlei Daten von rund zwei Milliarden Sternen sammelt. Ende April 2018 wurde der erste große Ergebnis-Datensatz von Gaia der astronomischen Öffentlichkeit übergeben. In den ersten drei Monaten danach wurden weltweit bereits 200 daraus abgeleitete wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht, mit zum Teil sehr überraschenden, zum Teil schlicht erleuchtenden neuen Erkenntnissen. Bis zum März 2019 werden es noch sehr viel mehr sein.

Im Vortrag wird an Beispielen dargestellt, wie sich daraus für unsere Heimatgalaxie - die Milchstraße - und die Entwicklungsgeschichte ihrer Strukturen, Mitglieder und Nachbarn in kurzer Zeit ein sehr viel klareres Bild als bisher herauskristallisiert. In vielen Bereichen der Astronomie hat eine ganz neue Ära begonnen.


Einheitspreis: 5,00 €
Ort:
Planetarium, Sternensaal


Dr. Ulrich Bastian studierte Physik und Astronomie an den Universitäten Kaiserslautern und Heidelberg. Er arbeitete seit 1982 am Astronomischen Rechen-Institut der Universität Heidelberg, hauptsächlich im Bereich der Positionsastronomie. Seit 2005 war er dort Abteilungsleiter für Weltraum-Astrometrie. Er war 1993 einer der Gründer und bis zu seinem Renteneintritt 2017 einer der führenden Köpfe des ESA-Projekts "Gaia".

Er arbeitet weiterhin an der Datenauswertung für dieses Projekt und verfolgt aufmerksam, welche neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse die Astronomen der Welt aus den Messdaten des Satelliten ziehen.

Im Jahr 2014 erhielt er den Bruno-H.-Bürgel-Preis der Astronomischen Gesellschaft für seine Verdienste um die Popularisierung der Astronomie.