Wie weit ist es zu den Galaxien?

Die Vermessung des Universums und der genaue Wert der Hubble-Konstante

Galaxie NGC 1365 in einer Entfernung von zirka 60 Millionen Lichtjahren (Bild: ESO)

Vortrag von Prof. Dr. Rolf-Peter Kudritzki, Universität von Hawaii (USA) und Ludwig-Maximilians-Universität, München
Donnerstag, 13.12.2018, 19.30 Uhr

Galaxien wie unsere Milchstraße sind die sichtbaren Bausteine des Universums. Sie bestehen aus Milliarden Sternen und verteilen sich in riesenhaften Abständen voneinander wie kleine Inseln in einem gigantischen Ozean. Zu vermessen, wie weit die Galaxien voneinander - und von uns - entfernt sind, ist eine echte Herausforderung. Eng verbunden mit den Entfernungen der Galaxien ist die Expansion des Universums.

Im Jahr 1929 zeigte Edwin Powell Hubble, dass das Universum expandiert: Die Galaxien des Universums bewegen sich voneinander weg und je weiter sie von uns entfernt sind, desto größer ist ihre Fluchtgeschwindigkeit. Die Hubble-Konstante verknüpft Fluchtgeschwindigkeit und Entfernung und sagt uns, wie groß die Geschwindigkeit einer Galaxie ist, wenn wir ihre Entfernung kennen (oder umgekehrt).

Der genaue Wert der Hubble-Konstante ist von fundamentaler Bedeutung, um die globalen Eigenschaften des Universums zu bestimmen wie z.B. das Alter, die Eigenschaften der Materiebestandteile im Universum und die physikalischen Ursachen, die zur Beschleunigung der Expansionsbewegung der Galaxien in sehr großen Entfernungen führen („Dunkle Energie“). Eine Genauigkeit von mindestens einem Prozent wird hierfür benötigt. Lange Zeit galt dies als hoffnungsloses Unterfangen angesichts der vielfältigen Schwierigkeiten von astronomischen Entfernungsmessungen. Aber neue Ideen, neue Teleskope und neue Methoden haben uns dem ehrgeizigen Ziel deutlich näher gebracht. Doch mit immer besseren Messungen stoßen wir auf einmal auf neue unerwartete Fragen.

Eintritt: 5,00 €
Ort:
Planetarium, Sternensaal


Rolf-Peter Kudritzki studierte Physik an der Technischen Universität Berlin, wo er 1973 auch promovierte. Die Habilitation erfolgte 1979 an der Universität Kiel. Von 1982 bis 2000 war er Professor und Direktor am Institut für Astronomie und Astrophysik der Ludwig-Maximilians-Universität München. Danach ging er an die Universität von Hawaii, wo er bis 2010 als Direktor das Institut für Astronomie leitete und darüber hinaus bis 2017 als Professor für Astronomie tätig war.

Rolf-Peter Kudritzki ist wissenschaftliches Mitglied des Max-Planck-Instituts für Astrophysik in Garching sowie Gründungsdirektor des „Munich Institute for Astrophysics and Particle Physics“ (MIAPP) und des „Exzellenzcluster Universe“ der Ludwig-Maximilians-Universität und der Technischen Universität München. 2009 erhielt er die Karl-Schwarzschild-Medaille der Astronomischen Gesellschaft und den Humboldt-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung.

(Bild: Munich Institute for Astrophysics and Particle Physics (MIAPP))