Der Sternenhimmel im Juli 2026
Das gibt es im Juli am Nachthimmel zu sehen:
Planeten
Merkur: Zu Beginn des Monats folgt Merkur der Sonne dicht über den Horizont und ist daher nicht zu beobachten. Im Verlaufe des Monats überholt er die Sonne am Himmel und am Ende des Monats geht er vor der Sonne auf. Damit ist er am Ende des Monats in den frühen Stunden im ONO zu sehen.
Venus: Die Venus bleibt ihrem Beinamen treu: Sie begleitet uns durch den Juli als Abendstern und ist im Westen zu sehen.
Mars: Der Mars geht in diesem Monat nach Mitternacht auf und ist im ONO als roter Stern zu sehen. Er steht im Sternbild Stier und sollte nicht mit Aldebaran verwechselt werden, dem „Auge des Stiers“.
Jupiter: Anfang des Monats kann der Jupiter noch in der Dämmerung im NWN als ein einzelner Stern gesehen werden. Allerdings wird es von Tag zu Tag schwieriger, ihn in der Abenddämmerung zu erkennen. Gegen Ende des Monats befinden sich Sonne und Jupiter scheinbar am nächsten und damit ist der Jupiter nicht zu sehen.
Saturn: Der Saturn ist in der zweiten Hälfte der Nacht zu sehen. Zu Beginn des Monats erhebt er sich erst nach Mitternacht über den Horizont. Am 8. Juli kann man ihn etwa 6 Grad von der Mondsichel sehen. Gegen Ende des Monats geht der Saturn kurz vor Mitternacht auf und erreicht in den Morgenstunden eine Höhe von fast 40 Grad.
Uranus & Neptun: Beide Planeten sind zu dunkel, um sie mit bloßem Auge beobachten zu können.
Sonne
Die Nächte werden wieder länger. Am Anfang des Monats geht die Sonne gegen 5:28 Uhr auf und gegen 21:30 Uhr abends unter. Gegen Ende des Juli ist der Aufgang dann kurz vor 6 Uhr morgens und Sonnenuntergang um etwa 21:00 Uhr. Es bleibt also noch für längere Zeit hell. Die Dämmerung wird lichtschwache Sterne bis weit in die Nacht hinein überstrahlen.
Mond
Wir starten in den Monat mit einem abnehmenden Mond, welcher kurz vor Mitternacht aufgeht. In der ersten Hälfte des Monats ist der Untergang des Mondes noch während der Dämmerung. Ideal für die Beobachtung dunkler Objekte in der Nacht. Am 14. Juli ist Neumond. (Technischer Funfact: Zu dieser Zeit befindet sich der Mond auf seiner Umlaufbahn im Perigäum, dem erdnächsten Punkt). Danach nimmt die Mondphase wieder zu und erreicht den Vollmond am 29. Juli. Auch der Monduntergang erfolgt im Laufe des Monats immer später, sodass der Vollmond während der Nachtstunden sichtbar sein wird. Aber der Mond ist nicht höher als 20 Grad über dem Horizont.
Fixsterne
Zirkumpolare Sternbilder
Von Mannheim aus kann man immer die zirkumpolaren Sternbilder sehen. So steht eine der bekanntesten Sternformationen im WNW: Der Große Wagen. Er selbst ist kein eigenständiges Sternbild, sondern Teil der Großen Bärin. Von dem Großen Wagen kann man weitere Sterne und Sternbilder finden. Nimmt man die zwei vorderen Sterne des Wagenkastens und verlängert diese um etwa das Fünffache ihres Abstandes aus dem Kasten heraus, gelangt man zum Polarstern.
Dieser steht immer an derselben Stelle an unserem Nachthimmel und ist selbst Teil der Deichsel des Kleinen Wagens oder des Kleinen Bären. Die Sterne dieses Sternbildes sind aber deutlich schwächer, man kann meist nur die vorderen beiden Sterne erkennen. Der Rest wird von der Dämmerung oder der Lichtverschmutzung verschluckt.
Folgt man dem Weg aus dem Großen Wagen über den Polarstern, landet man bei einem weiteren markanten Sternbild: Die Kassiopeia, oder auch dem Himmel-W. Sie steht im Juli während der Abendstunden in Richtung NNO.
Weitere Sternbilder
Frühlingsdreieck: Am Anfang des Monats ist noch das Frühlingsdreieck zu sehen mit Arcturus im Sternbild Bärenhüter, Spica in der Jungfrau und tief im Westen, knapp über dem Horizont, Regulus im Löwen. Arcturus kann man finden, indem man der Krümmung der Deichsel des Großen Wagens folgt und man erkennt ihn daran, dass er rötlich scheint. Folgt man dem Schwung über Arcturus hinaus, landet man bei dem bläulichen Stern Spica.
Sommerdreieck: Im Südosten sind drei helle Sterne gut zu erkennen. Diese bilden ein im Sommer gut zu sehendes Dreieck, das Sommerdreieck. Von Mannheim aus betrachtet, bildet der Stern Vega im Sternbild Leier die obere rechte Ecke, die linke Ecke ist Deneb im Schwan und die untere Spitze Altair im Adler. Diese Sternbilder werden uns die kommenden Monate am Abendhimmel begleiten.
(Funfact: Der Stern Vega dient der Astronomie als Referenz- oder Nullpunkt der Helligkeitsskala. Historisch bedingt erhalten Objekte, die lichtschwächer als Vega erscheinen, positive Helligkeitswerte. Objekte, die heller sind – etwa eine Handvoll Sterne sowie Venus, Mond und Sonne – besitzen dagegen negative Werte.)
Wer einen ausreichend dunklen Beobachtungsort fern größerer Lichtquellen findet, kann die Milchstraße erkennen. Ein schmales Band voller Sterne zieht sich dann über den Nachthimmel. Darin liegen auch das Sternbild Kassiopeia und der Stern Deneb.
Herbstquadrat: In den Abendstunden kündigt sich auch schon das Herbstviereck oder das Pegasus-Quadrat im Osten an. Gegen Ende des Monats erhebt es sich in der Dämmerung vollständig über dem Horizont. Drei Sterne gehören zu Pegasus, ein Stern bildet den Kopf der Andromedakette. Im Sternbild der Andromeda liegt auch das Objekt M31, die Andromeda-Galaxie. Mitte des Monats kann man diese gegen 3 Uhr im Osten sehen, da sie sich dann etwa 41 Grad über den Horizont erhebt. Auch ist gerade Neumond, daher sind es ideale Voraussetzungen, die Andromeda-Galaxie zu beobachten.
Skorpion und Schütze: In den späten Abendstunden kann man im Süden einen weiteren roten Stern beobachten: Antares im Sternbild Skorpion. Das Sternbild selbst ist von Mannheim nie vollständig zu sehen. Der Stern Antares klettert maximal auf 15 Grad über dem Horizont. Östlich des Skorpions kann man die Sterne des Sternbildes Schütze erkennen. Auch diese sind dem Horizont nahe und nur mit einer klaren Sicht nach Süden zu beobachten.
Quelle Sternkarte: Stellarium
Bildnachweis Übersichtsseite: Canva
(Zeiten in MEZ, gültig für Mannheim)

