Sturm und Drang im All
Was Sterne von sich geben
Vortrag von Prof. Dr. Stefanie Walch-Gassner, I. Physikalisches Institut, Universität zu Köln
Donnerstag, 19.03.2026, 19:30 Uhr
Sterne sind keine stillen Lichtpunkte am Himmel. Schon während ihrer Geburt und besonders am Ende ihres Lebens entfesseln sie gewaltige Kräfte: intensive Strahlung, schnelle Sternwinde und schließlich Supernova-Explosionen. All diese Prozesse – zusammengefasst als stellares Feedback – schleudern Energie und Materie in ihre Umgebung und verändern damit das Gas zwischen den Sternen grundlegend.
Dieses kosmische „Sturm und Drang“ entscheidet darüber, wie Galaxien aussehen und sich entwickeln. Ohne stellares Feedback würden Galaxien viel schneller neue Sterne bilden, als wir es tatsächlich beobachten. Stattdessen blasen junge Sterne riesige Blasen in das interstellare Medium, treiben Gas aus ihren Geburtswolken und können sogar galaktische Winde auslösen, die Materie weit in den Raum hinaustragen.
Wie genau diese Prozesse zusammenspielen, lässt sich nicht allein mit Teleskopen beobachten. Deshalb nutzen Astronominnen und Astronomen leistungsstarke Computersimulationen, um die komplexe Wechselwirkung von Sternen, Gas und Gravitation nachzubilden. Diese Simulationen erlauben uns, den turbulenten Lebensraum der Sterne zu erkunden und besser zu verstehen, wie Galaxien über Milliarden Jahre entstehen und sich verändern.
Der Vortrag nimmt Sie mit auf eine Reise durch diese dynamische Seite des Universums – von der Geburt massereicher Sterne über spektakuläre Supernovae bis zu den großräumigen Auswirkungen auf ganze Galaxien. Dabei wird gezeigt, wie moderne Simulationen helfen, das kosmische Zusammenspiel von Sternen und Gas sichtbar zu machen.
Einheitspreis: 6,50 €
Ort: Planetarium, Kuppelsaal

Stefanie Walch-Gassner ist Professorin für Theoretische Astrophysik an der Universität zu Köln und erforscht mit großskaligen Computersimulationen die Physik des interstellaren Mediums, Sternentstehung und stellares Feedback in Galaxien. Nach dem Physikstudium in Regensburg und München sowie Stationen als Postdoktorandin in Cardiff und am Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching wurde sie 2013 auf eine W3-Professur in Köln berufen und engagiert sich zudem in nationalen und internationalen Forschungsinitiativen zur numerischen Astrophysik.
